Diagnose von Blasenstoerungen

Blasenstörungen zeigen sich hauptsächlich in folgender Symptomatik. Die Betroffenen leiden an einer Blasenschwäche, d.h. sie können das Wasser nicht halten bzw. verlieren Urin unkontrolliert in kleinen Mengen, sie verspüren einen ständigen Harndrang oder sie haben Probleme beim Wasserlassen selbst.

Diese Situation ist für die Betroffenen mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Da sie keine 100-prozentige Kontrolle mehr über ihre Blase haben, befürchten sie stets, dass andere ihres Problems gewahr werden, sei es aufgrund von verdächtigen Flecken in der Kleidung oder einer unangenehmen Geruchsentwicklung. Nicht selten schwebt die Blasenschwäche wie ein Damoklesschwert über dem Alltag der Betroffenen, sodass sie sich sogar Stück für Stück aus dem sozialen Leben zurückziehen. Leider ergeben sich viele Betroffene schweigend ihrem „Schicksal“ ohne ihren Arzt um Rat zu fragen.

Ausführliche Anamnese ist sehr wichtig

Haben sich die Betroffenen doch ein Herz gefasst und ein Gespräch mit ihrem Arzt gesucht, wird dieser zunächst in einer ausführlichen Anamnese das Erscheinungsbild, die Ausprägung und eventuelle Ursachen der Blasenstörung ermitteln. Um sich einen ausreichenden Überblick zu verschaffen, wird der Arzt nachfragen, wie oft die Betroffenen zur Toilette gehen, ob sie bereits auf dem Weg zur Toilette Urin verlieren, Probleme beim Wasserlassen selbst haben oder aber den Urin allgemein schlecht halten können. Darüber hinaus interessiert die Information, ob Wasser dauerhaft verloren wird oder nur in bestimmten Situationen, ob andere Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus , Multiple Sklerose oder Bandscheibenleiden vorhanden sind. Oftmals bittet der Arzt, zur weiteren Eingrenzung der Problematik ein Miktionstagebuch zu führen. Hierin vermerkt der Betroffene täglich seine Trinkmenge, die Häufigkeit der Toilettengänge, wann und wo unkontrollierter Urinverlust stattgefunden hat und was der Auslöser war (z. B. Niesen, Lachen, schweres Heben oder Ähnliches).

Nach der ausführlichen Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung sowie die Untersuchung des Urins auf eventuelle Entzündungsparameter. Mittels Urinzytologie (Untersuchung der zellulären Bestandteile des Urins) können weitere Hinweise auf Entzündungen oder Gewebeveränderungen gewonnen werden.

Die folgenden Untersuchungen werden zur Diagnose von Blasenstörungen angewandt

Ultraschalluntersuchungen finden eventuell vorhandene Steine und können ermitteln, ob nach dem Toilettengang noch etwas Urin in der Blase verbleibt.

Die Uroflowmetrie ermittelt den Urinfluss während der Blasenentleerung und kann so helfen, eine Entleerungsstörung zu entdecken.

Bei der Harnröhrenkalibrierung führt der Arzt einen Stab mit zunehmender Dicke und einer Messskala in die Harnröhre der Frau ein. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Weite der Harnröhre ziehen. Bei Männern erfolgt diese Messung während der Blasenspiegelung.

Bei der Blasenspiegelung ist es möglich, kleinere Veränderungen, Entzündungen oder gar Tumoren zu entdecken, die dem Ultraschall verborgen geblieben sind. Für Frauen ist diese Untersuchungsmethode zwar unangenehm, doch schmerzlos. Männern hingegen wird aufgrund der längeren Harnröhre eine örtliche Betäubung gegeben.

Die Blasendruckmessung oder auch Zystomanometrie vermittelt Erkenntnisse über die Kapazität der Blase, das Zusammenspiel von Entleerung der Blase und Arbeit des Schließmuskels sowie unkontrollierte Blasenmuskelbewegungen.

Auch Röntgenaufnahmen der Blase können bei der Diagnostik hilfreich sein.

Melissa Seitz

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