Wissenswertes zu Blasenstörungen
Blasenstörungen und Homöopathie
Die Homöopathie bietet ebenfalls einige Wirkstoffe, die bei Blasenstörungen ggf. eingesetzt können. Da aber auch hier zunächst die Ursache der Blasenstörung ermittelt werden muss, sollte auf eine Selbstmedikation verzichtet werden. Eine ausführliche Beratung ist sinnvoll und Grundvoraussetzung für den Therapieerfolg.
Begriffe aus der Inkontinenztherapie
Miktionstraining (Toilettentraining): Hier richten die Betroffenen ihre Blasenentleerung nicht nach dem Harndrang, sondern nach der Uhr. Zu Beginn ist der Toilettengang z. B. alle zwei Stunden vorgesehen (natürlich je nach Schweregrad und Trinkverhalten). Im Laufe der Therapie wird der Zeitabstand verlängert, bis sich ein individuell normaler Rhythmus etabliert. Diese Behandlungsform erfordert strikte Konsequenz und ist somit nur unter freiwilliger Mithilfe des Patienten Erfolg versprechend.
Miktionstagebuch (Miktionsprotokoll): Die Betroffenen tragen hier täglich ihre Werte zu Trinkmenge, Häufigkeit der Toilettengänge, Zeitpunkt des ungewollten Urinverlustes, Menge des Urinabgangs (sowohl gewollt, als auch ungewollt) und eventuelle Schmerzen beim Wasserlassen ein. Dies hilft dem Arzt, die Art und Ausprägung der Inkontinenz zu beurteilen.
Beckenbodentraining: Beckenbodentraining ist eine Form der Krankengymnastik, die sich allerdings nicht nur auf den Beckenboden allein konzentriert, sondern das Stärken des gesamten Körpers im Auge hat. Oftmals sind neben dem Beckenboden auch Bauch-, Rücken- oder Beinmuskulatur geschwächt, was sich vielfältig auswirken kann. Es ist sinnvoll das Beckenbodentraining zunächst unter Anleitung eines Physiotherapeuten zu erlernen, um die Übungen dann selbstständig zu Hause weiterzuführen.
Elektrotherapie (Elektrostimulation): Über Sonden werden elektrische Impulse auf den Körper übertragen, die dafür sorgen, dass sich die Muskulatur zusammenzieht. Der Effekt ist umso stärker, je näher die Sonden an den zu behandelnden Muskeln liegen. Somit werden hier die Sonden in die Scheide oder den After eingeführt. Auf diesem Wege wird eine Beckenbodengymnastik suggeriert und die Beckenbodenmuskulatur gestärkt.
Biofeedback: Auch hier ist das Ziel eine bessere Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur. Die Sonden des Messgerätes werden hierzu in die Scheide oder den After eingeführt und geben ein entsprechendes Signal, wenn die Betroffenen die Beckenbodenmuskulatur erfolgreich an- und auch wieder entspannen. Dies dient zum einen der Bestätigung, dass die Übungen korrekt durchgeführt werden, zum anderen aber auch der Motivation der Betroffenen.
Melissa Seitz